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Eckstein

Herausgegeben von in CClimbing ·

(Das Kind, das, meist ausgewählt durch einen Abzählreim, suchen muss, hält sich die Augen zu oder lehnt sich mit geschlossenen Augen gegen das Mal und zählt dabei so laut hoch bis zu einer bestimmten Zahl, dass es die anderen Kinder hören können. In dieser Zeit sucht jedes Kind ein möglichst gutes Versteck im Haus oder im Freien. Ist das zählende Kind bei der festgelegten Zahl angekommen, fügt es regional unterschiedlich noch einen Spruch an. Wikipedia)



„Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein.
1 – 2 – 3 – ich komme!“
Und dieses mal duckten wir uns nah an den Felsblock, denn eine Stimme war tief und männlich.
„Hans, nicht so laut!“ ertönt die männliche Stimme.
Es scheint der Papa oder Erzieher zu sein, der hoffentlich nicht alles im Blick hat.
Da wir oberhalb eines Felsmassives uns versteckten, standen unsere Chancen gut nicht entdeckt zu werden.
Hans ging nun auf die Suche die Kinder aufzuspüren.
Anfangs hörte man nur die Äste knacken und leise Kinderstimmen, welches sich allmählich in wildes Geschrei entwickelte.
Nach und nach fand er die Kinder, die unter Baumstämmen, Büschen und Blöcken ihr Versteck ausgesucht hatten.
Nur eins war noch nicht gefunden.
Er sprang übers Bächlein, rannte den Hang hoch und kletterte über einen Block der mit Moos überzogen war und starrte mir direkt in die Augen ohne mit den Wimpern zu zucken.
Er blieb still, ich blieb still, ich zwinkerte ihm zu und er sprang ohne sich erst umzudrehen den Block hinunter, rannte zur männlichen Stimme und fing an zu weinen.
Der Mann tröstete Hans und meinte das er Barbara beim nächsten mal bestimmt finden wird.
Die Stimmen wurden nun allmählich leiser.
Man hörte nur noch die schrillen Töne in der Ferne.

„Eins, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein.
Hinter mir und vorder mir gilt es nicht, und an beiden Seiten nicht!
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn – ich komme!“

Und wieder ging ein auserkorenes Kind auf die Suche die Mitspieler zu fangen, nur uns nicht.
Wir fühlten uns wie Hans im Glück, der ohne Knochenbruch und Blessuren davongekommen ist.


Sven Scholz, 30.07.2017



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