Gulag News - <-- gulag-online --> Bouldern und Clean Climbing im Elbsandstein

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„Gelbsucht“ befindet sich an der „Gelbe-Wand“ und war die 2. Bohrhakenroute im Sektor The First.
Da werden sich aber einige Fragen; Da gibt es doch noch „The Second“?
Ja, „The Second“ wurde im sächsischen Stiel schon 1989 Erstbegangen, also ohne vorherigen Abseilen aber mit Ringösen.
Der Name kommt aber nicht von der Übersetzung „Der Zweite“ sonder dem Substantiv „der Augenblick“.
„The Second“ beginnt rechts vom große Absatz und quert nach links in die Schuppe.
An der damaligen ersten Ringöse vorbei die Wand gerade und später dann links an einer zweiten Ringöse vorbei zum Riss, bis hin zum Ausstieg/Gipfel.
Das Ziel für uns war dann 1991 die gelbe Wand von unten direkt zu starten.
Zu dieser Zeit gab es aber die Ringösen nicht mehr, sie waren den Ringdieben zum Opfer gefallen.
Wir bohrten also noch 2 Haken unterhalb der Schuppe dazu, setzten den dritten Haken neu, kletterten direkt zum kleine Dach und endeten mit einem Umlenker kurz vor dem Ausstieg.
Insgesamt gab es 5 Haken + Umlenker und wir Tauften sie zu „Gelbsucht“.
Auch „Gelbsucht“ hatte kein langes bestehen und wurde 2011 als Clean Route reanimiert.
Man dachte als Jugendlicher, das mit dem Zerfall der DDR, die Kletterregeln geändert werden und die scheinbare Freiheit auch in den Felsen der Sächsischen Schweiz ausbricht.
Aber genau das Gegenteil war der Fall, vom gescheiterten Sozialismus zum radikalen Schutzismus!
Die Routen und Boulder zur damaligen Zeit wurden von uns nicht bewertet, was uns jetzt im nachhinein Schwierigkeiten bereitet.  
Der Schwierigkeitsgrad von „Gelbsucht“ lag so bei 9- und jetzt im CClimbing bei E6/6b.
Die Absicherung mit mobilen Klemmgeräten verändern den Charakter eine Route erheblich.
Das sieht man dann auch deutlich in der Bewertung einer Route.
Anfangs als die Bohrhaken an den Schlüsselstellen steckten, wurde die Route nach den physischen Anspruch bewertet.
Jetzt wo die Sicherung natürlich vorgegeben ist und konsequent, ohne wenn und aber, auf Ring/Haken verzichtet wird, kommt noch die psychische Schwierigkeit dazu, welche die entscheidendste Veränderung bei dieser Art des Kletterns ist.
Für uns war es am Anfang eine starke Umstellung, da wir die Routen ja schon mit Bohrhaken geklettert sind.
Aber wenn man jetzt der natürlichen Linie folgt und gezwungen ist auf die feste Sicherung zu verzichten, erhöht die persönliche Befriedigung immens.
Man kann eine Route im Toprope vielleicht locker klettern oder die Felshöhe lächerlich sehen, aber dann wenn du spätestens am Einstieg stehst, mit zwei drei kleinen mobilen Sicherungsgeräten am Gurt, und dein Inneres den Startschuss gibt, sieht dann auch alles ganz anders aus.

Sven Scholz, 23.07.2016







 
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